Glossar

Die wichtigsten Begriffe aus der Seefracht – kurz und verständlich erklärt.

A

ADSp
Allgemeine Deutsche Spediteurbedingungen – die Standard-Geschäftsbedingungen der deutschen Speditionsbranche. Wir arbeiten ausschließlich auf Grundlage der ADSp 2017.
ATLAS
Das IT-Verfahren des deutschen Zolls. Über ATLAS werden Ausfuhranmeldungen elektronisch abgegeben und der Ausgang der Ware bestätigt.

B

B/L – Bill of Lading (Konnossement)
Das wichtigste Dokument der Seefracht. Die Reederei bestätigt damit die Übernahme der Ware. Das Original-B/L ist ein Wertpapier: Wer es besitzt, kann die Ware im Zielhafen abholen.
BAF – Bunkerzuschlag
Zuschlag der Reederei für schwankende Treibstoffkosten. Er wird meist monatlich oder quartalsweise angepasst.
Begasung (Fumigation)
Behandlung von Container oder Ware mit Gas gegen Schädlinge. Einige Zielländer schreiben sie für bestimmte Waren oder Holzverpackungen vor.
Blank Sailing
Eine Abfahrt, die die Reederei streicht – etwa wegen geringer Nachfrage oder Feiertagen. Die Ladung muss dann auf ein anderes Schiff umgebucht werden.
Buchungsbestätigung (Booking Confirmation)
Bestätigung der Reederei über den reservierten Stellplatz auf einem Schiff – mit Buchungsnummer, Schiff, Abfahrt, Closing und Containerfreistellung.

C

CIF – Cost, Insurance and Freight
Der Verkäufer zahlt Seefracht und eine Mindestversicherung bis zum Zielhafen. Das Risiko geht aber schon mit der Verladung im Abgangshafen auf den Käufer über.
Cut-off / Closing
Der letzte Zeitpunkt, bis zu dem Container, Dokumente oder VGM beim Terminal bzw. bei der Reederei vorliegen müssen, damit die Ladung noch mit dem geplanten Schiff mitfährt.
CY / CFS
CY (Container Yard) ist der Containerstellplatz im Terminal für volle Container (FCL). In der CFS (Container Freight Station) werden Sammelsendungen (LCL) ein- und ausgepackt.

D

D/O – Delivery Order
Freistellungsdokument im Zielhafen. Gegen Vorlage des B/L und Zahlung der Kosten erhält der Empfänger die D/O und kann den Container abholen.
DAP – Delivered at Place
Der Verkäufer liefert bis zum vereinbarten Ort im Zielland und trägt bis dahin Kosten und Risiko. Einfuhrzoll und -abgaben zahlt der Käufer.
Demurrage
Standgeld für einen vollen Container, der nach Ablauf der freien Tage noch im Terminal steht – z. B. weil die Ware nicht rechtzeitig verzollt oder abgeholt wurde.
Detention
Miete für einen Container, der sich nach Ablauf der freien Tage außerhalb des Terminals befindet – z. B. beim Beladen oder Entladen beim Kunden.
DGD – Dangerous Goods Declaration
Gefahrgutanmeldung für die Seefracht. Der Versender bestätigt darin UN-Nummer, Klasse, Verpackungsgruppe und Menge des Gefahrguts. Ohne vollständige DGD nimmt die Reederei die Ware nicht an.

E

ECTN / BESC
Elektronische Ladungsbegleitdokumente (Electronic Cargo Tracking Note, Bordereau Electronique de Suivi des Cargaisons), die viele west- und zentralafrikanische Länder vor der Verschiffung verlangen.
EORI-Nummer
Identifikationsnummer für Unternehmen im Zollverkehr der EU. Ohne sie ist keine gewerbliche Ausfuhranmeldung möglich.
ETD / ETS / ETA
Estimated Time of Departure / Sailing / Arrival – voraussichtliche Abfahrt (ETD bzw. ETS) und Ankunft (ETA) des Schiffes. Die Zeiten können sich durch Wetter, Hafenstau oder Fahrplanänderungen verschieben.
ETS-Zuschlag
Zuschlag der Reedereien für die Kosten des EU-Emissionshandels (EU ETS), der seit 2024 auch für die Schifffahrt gilt. Die Höhe hängt von Route und Reederei ab.
EUR.1 / Präferenznachweis
Warenverkehrsbescheinigung für Waren mit EU-Ursprung. Im Zielland mit Freihandelsabkommen sinkt damit der Zoll – oft auf null.

F

FCL / LCL
Full Container Load: ein ganzer Container für eine Sendung. Less than Container Load: Sammelcontainer, in dem sich mehrere Versender den Platz teilen.
FOB – Free on Board
Der Verkäufer bringt die Ware verzollt an Bord des Schiffes im Abgangshafen. Ab dort trägt der Käufer Kosten und Risiko der Seefracht.
Free Time (Freizeit)
Anzahl kostenfreier Tage, die ein Container im Terminal stehen oder beim Kunden bleiben darf, bevor Demurrage bzw. Detention berechnet wird.

G

GRI – General Rate Increase
Allgemeine Frachtratenerhöhung, die eine Reederei für ein Fahrtgebiet ab einem bestimmten Datum ankündigt.

H

Handelsrechnung (Commercial Invoice)
Rechnung des Verkäufers an den Käufer mit Warenbeschreibung, Menge, Wert und Lieferbedingung. Grundlage für die Verzollung im Export und Import.
HS-Code (Zolltarifnummer)
Internationale Warennummer nach dem Harmonisierten System. Die ersten sechs Stellen sind weltweit gleich; sie bestimmt Zollsätze und Einfuhrvorschriften.

I

IMDG-Code
Internationales Regelwerk für den Transport von Gefahrgut auf See. Es regelt Einstufung, Verpackung, Kennzeichnung, Dokumente und Stauung.
Incoterms
Internationale Lieferbedingungen der ICC. Sie regeln, wer welche Kosten und Risiken trägt und wo die Verantwortung vom Verkäufer auf den Käufer übergeht – aktuell in der Fassung Incoterms® 2020.
ISPM 15
Internationaler Standard für Verpackungen aus Massivholz (Paletten, Kisten). Das Holz muss hitzebehandelt und mit dem IPPC-Zeichen gekennzeichnet sein.
ISPS-Zuschlag
Zuschlag für Sicherheitsmaßnahmen in Häfen und auf Schiffen nach dem internationalen ISPS-Code (International Ship and Port Facility Security).

L

LSS – Low Sulphur Surcharge
Zuschlag für den teureren schwefelarmen Treibstoff, den Schiffe seit 2020 weltweit einsetzen müssen.

M

MRN / Ausgangsvermerk
Die MRN (Movement Reference Number) ist die Registriernummer der Ausfuhranmeldung. Nach dem Ausgang der Ware bestätigt der Zoll ihn mit dem Ausgangsvermerk – wichtig als Nachweis für die Umsatzsteuer.
MSDS / SDS – Sicherheitsdatenblatt
Datenblatt des Herstellers mit Angaben zu Gefahren, Zusammensetzung, Lagerung und Transport eines Stoffes. Grundlage, um zu prüfen, ob eine Ware als Gefahrgut gilt.

N

NVOCC
Non-Vessel Operating Common Carrier – ein Seefrachtunternehmen ohne eigene Schiffe, das Stellplätze bei Reedereien einkauft und eigene House-B/Ls ausstellt.

O

OOG – Out of Gauge
Übermaß-Ladung, die über die Abmessungen eines Standardcontainers hinausragt. Sie wird auf Flat Rack oder Open Top verladen; es fallen Zuschläge und Sonderstau an.

P

Packliste (Packing List)
Aufstellung aller Packstücke mit Anzahl, Maßen, Gewichten und Markierungen. Wir nutzen sie auch für den Ladeplan.
POL / POD
Port of Loading (Ladehafen) und Port of Discharge (Löschhafen) – die Häfen, in denen die Ware auf das Schiff geladen bzw. entladen wird.
PSS – Peak Season Surcharge
Hochsaison-Zuschlag, den Reedereien bei starker Nachfrage erheben – typischerweise vor Weihnachten oder dem chinesischen Neujahr.

R

Reefer
Kühlcontainer mit eigenem Kühlaggregat für temperaturgeführte Ware wie Lebensmittel oder Pharmazeutika.

S

Seefrachtbrief (Sea Waybill)
Wie ein B/L, aber kein Wertpapier. Die Ware wird an den genannten Empfänger ausgeliefert, ohne dass Originaldokumente versandt werden müssen – schnell und unkompliziert.
Shipper / Consignee / Notify
Die drei Parteien im B/L: Shipper ist der Versender, Consignee der Empfänger, Notify die Partei, die bei Ankunft benachrichtigt wird.
SI – Shipping Instructions
Verschiffungsanweisungen des Versenders an die Reederei: Angaben zu Versender, Empfänger, Ware, Gewichten und Containern. Daraus wird das B/L erstellt.
SOC / COC
SOC (Shipper’s Own Container) ist ein Container im Eigentum des Versenders, COC (Carrier’s Own Container) gehört der Reederei. Bei SOC entfallen Demurrage und Detention der Reederei.

T

Telex Release
Die Originale des B/L werden beim Absender eingezogen und die Freigabe elektronisch an den Zielhafen gemeldet. Der Empfänger braucht dann keine Papiere mehr.
TEU / FEU
Maßeinheiten für Container: TEU = ein 20-Fuß-Container, FEU = ein 40-Fuß-Container (entspricht 2 TEU).
THC – Terminal Handling Charges
Gebühren für das Umschlagen des Containers im Terminal, getrennt nach Abgangshafen (OTHC) und Zielhafen (DTHC).

U

Umladung (Transshipment)
Der Container wird unterwegs in einem Zwischenhafen auf ein anderes Schiff umgeladen, z. B. von einem großen Überseeschiff auf ein Zubringerschiff (Feeder).
UN-Nummer
Vierstellige Kennnummer der Vereinten Nationen für einen Gefahrstoff, z. B. UN 3480 für Lithium-Ionen-Batterien. Sie steht auf Verpackung und Dokumenten.
Ursprungszeugnis
Von der Industrie- und Handelskammer beglaubigte Bescheinigung über das Ursprungsland der Ware. Viele Zielländer verlangen es für die Einfuhr.

V

VGM – Verified Gross Mass
Das verifizierte Bruttogewicht des beladenen Containers. Es muss vor der Verladung an Reederei und Terminal gemeldet werden, sonst wird der Container nicht verladen.
Vorlauf / Nachlauf
Der Transport vom Absender zum Abgangshafen (Vorlauf) bzw. vom Zielhafen zum Empfänger (Nachlauf) – per Lkw, Bahn oder Binnenschiff.

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